Bohrschlamm entwässern und vor der Entsorgung behandeln
Beim Bohren in Stein oder Beton wird häufig Wasser zur Kühlung und Staubbindung eingesetzt. Das Kühlwasser nimmt Bohrmehl und gröbere mineralische Bestandteile auf. Zurück bleibt ein dünnflüssiger bis zäher Bohrschlamm, der vor Transport und Entsorgung häufig entwässert werden soll.
Ein offener Filtersack kann das Gemisch chargenweise behandeln: Flüssigkeit tritt durch die textile Filterfläche aus, während Feststoffe im Sack und im entstehenden Filterkuchen zurückbleiben. Die Anwendung bezieht sich auf wassergekühlte Steinbruch-, Beton- und Kernbohrungen. Bentonitspülungen, ölbasierte Spülungen und chemisch belastete Medien müssen einzeln geprüft werden.
Das Wichtigste in Kürze
Freies Wasser wird reduziert, sodass der verbleibende Bohrschlamm leichter gehandhabt werden kann.
Mineralischer Bohrschlamm kann schwer sein. Volumen und zulässige Masse müssen getrennt betrachtet werden.
Der Filtersack entwässert. Einstufung, Transport und fachgerechte Entsorgung werden dadurch nicht ersetzt.
Wo wasserhaltiger Bohrschlamm entsteht
Typische Einsatzfelder sind wassergekühlte Bohrarbeiten in Steinbrüchen, Betonbohrungen und Kernbohrungen. Je nach Werkzeug, Gestein und Wassermenge enthält der Schlamm feines Bohrmehl, gröbere mineralische Partikel und unterschiedlich viel freies Wasser.
Solange der Wasseranteil hoch ist, füllen sich Sammelbehälter schnell. Beim Umlagern können sich Feststoffe erneut verteilen, und der Transport umfasst einen großen Anteil Flüssigkeit. Die Sackentwässerung setzt genau an diesem Punkt an.
Rein mineralischer Bohrschlamm aus Wasser und Gesteinsmehl ist anders zu bewerten als eine Bohrspülung mit Bentonit, Öl, Polymeren oder weiteren Hilfsstoffen.
Wie ein Filtersack Bohrschlamm entwässert
Der Filtersack steht auf einer ebenen, tragfähigen Fläche oder in einer geeigneten Aufnahme. Der gesammelte Bohrschlamm wird von oben über Schlauch, Rohr, Pumpe oder Behälter eingebracht.
Flüssigkeit tritt aus
Das freie Wasser durchströmt die benetzte Textilfläche und wird außerhalb des Sacks kontrolliert gesammelt.
Feststoffe bleiben zurück
Bohrmehl und gröbere mineralische Bestandteile sammeln sich im Sack.
Filterkuchen entsteht
Die abgelagerten Feststoffe übernehmen einen Teil der Rückhaltewirkung und verringern zugleich den weiteren Durchfluss.
Entwässerungszeit bleibt variabel
Feststoffanteil, Feinheit, Viskosität und Kuchenaufbau bestimmen, wie schnell weiteres Wasser austritt.
Filtersackgröße nach Charge, Dichte und Einbausituation auswählen
Für die Auswahl reicht die Litermenge allein nicht. Mineralischer Bohrschlamm kann eine hohe Dichte erreichen. Deshalb müssen Nutzvolumen, Arbeitslast, Stellfläche, Bauhöhe und der spätere Entnahmeweg zusammenpassen.
| Ausführung | Arbeitslast | Typische Einordnung |
|---|---|---|
| 0,125 m³ | bis 400 kg | Kleine Wartungs-, Beton- oder Kernbohrchargen und wenig Stellfläche |
| 0,5 m³ | 400 / 600 / 900 kg | Regelmäßig anfallende mittlere Mengen |
| 0,8 m³ | 400 / 600 / 900 kg | Größere Chargen bei begrenzter Höhe |
| 1,25 m³ | 400 / 600 / 900 kg | Hohe Mengen bei ausreichender Befüll- und Hakenhöhe |
Die zulässige Arbeitslast kann erreicht sein, bevor der Sack vollständig gefüllt ist. Eine reale Testcharge zu wiegen ist verlässlicher als eine Schätzung.
Bohrschlamm in sieben Schritten entwässern
- Bohrschlamm sammeln: Wasser und mineralische Bestandteile kontrolliert in einem Behälter erfassen.
- Medium einordnen: Bohrverfahren, Additive, Feststoffanteil und ungefähr zu erwartende Masse dokumentieren.
- Filtersack auswählen: Volumen, Arbeitslast, Stellfläche und Höhe gemeinsam prüfen.
- Entwässerungsplatz vorbereiten: Ebenen Untergrund, Filtratauffang und sicheren Entnahmeweg schaffen.
- Kontrolliert befüllen: Gemisch von oben einbringen und punktuelle Überlastung vermeiden.
- Entwässern lassen: Filterkuchen und abnehmenden Flüssigkeitsaustritt beobachten.
- Weiterbehandeln: Filtrat prüfen und Sack erst nach ausreichender Entwässerung innerhalb der Arbeitslast bewegen.
Weitere Hinweise zu Aufstellung, Filterkuchen und Bergung enthält der Ratgeber zur Sackentwässerung.
Filtrat, Bentonit und weitere Bohrhilfsmittel prüfen
Das austretende Wasser ist nicht automatisch sauber oder einleitfähig. Zusammensetzung, pH-Wert und vorgesehener weiterer Weg müssen anhand des Ausgangsmediums bewertet werden.
Bentonit kann je nach Konzentration, Viskosität, Additiven und aufgebautem Filterkuchen anders reagieren als rein mineralischer Bohrschlamm. Ölbasierte Spülungen und chemisch belastete Medien werden nicht pauschal freigegeben. Für solche Fälle ist ein Vorversuch und gegebenenfalls eine Materialprüfung erforderlich.
Was die Sackentwässerung nicht übernimmt
WINKLER liefert Filtersäcke zur Fest-Flüssig-Trennung. Die Anwendung ist keine Entsorgungsdienstleistung. Abfalleinstufung, Transport, Nachweisführung und Entsorgung bleiben beim Betreiber beziehungsweise beim beauftragten Fachentsorger.
Der Filtersack ersetzt keine vollständige Abwasserbehandlung und garantiert weder eine bestimmte Restfeuchte noch eine feste Entwässerungsdauer oder Einleitfähigkeit des Filtrats.
Häufige Fragen zur Bohrschlamm-Entwässerung
Antworten zur Eignung, Auswahl und Abgrenzung.
Entsorgt WINKLER den Bohrschlamm?
Nein. WINKLER liefert Filtersäcke zur Entwässerung. Einstufung, Transport und Entsorgung bleiben beim Betreiber beziehungsweise Fachentsorger.
Für welche Bohrschlämme ist die Anwendung bestätigt?
Für wassergekühlte Bohrarbeiten in Steinbrüchen sowie Beton- und Kernbohrungen. Andere Bohrspülungen werden anhand ihrer Zusammensetzung geprüft.
Kann Bentonit im Filtersack entwässert werden?
Das hängt von Konzentration, Additiven, Viskosität und Filterkuchen ab und sollte mit einer realen Charge getestet werden.
Welche Größe eignet sich für Bohrschlamm?
Die Größe richtet sich nach Charge, Dichte, Arbeitslast, Stellfläche und Höhe. Abhängig vom Prozess kommen 0,125 bis 1,25 m³ infrage.
Ist das Filtrat nach der Entwässerung einleitfähig?
Nicht automatisch. Es muss abhängig vom Ausgangsmedium geprüft und gegebenenfalls weiterbehandelt werden.
Wie lange dauert die Entwässerung?
Eine pauschale Dauer ist nicht möglich. Feinheit, Feststoffanteil, Viskosität und Filterkuchen beeinflussen den Verlauf.
Ratgeber und Produkte für Bohrschlamm
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