Aktivkohle-Filtersack für die Elektrolytfiltration in der Galvanik
Was der Aktivkohle-Filtersack übernimmt und was die Aktivkohle leistet
Der Sack nimmt Aktivkohlegranulat auf, hält es im vorgesehenen Filtersystem und macht Befüllen, Einsetzen und Entnehmen zu einem beherrschbaren Vorgang. Was danach im Bad passiert, leistet die Kohle: Adsorption organischer Verunreinigungen, abhängig von Kohletype, Beladungszustand, Kontaktzeit, Temperatur und Zirkulation (Aktivkohlebehandlung in der Galvanik).
Diese Trennung klingt nach einer Selbstverständlichkeit, ist aber der häufigste Grund für enttäuschte Erwartungen. Ein neuer Sack verbessert kein Bad. Eine passende Kohle in einem Sack, der die Menge trägt und im Gehäuse sitzt, tut es.
Warum ein Filtersack für Aktivkohle anders gebaut ist als ein normaler Filterbeutel
Aktivkohlegranulat ist schwer. Bei rund 40 Litern Volumen und einer feinen Körnung von 0,4 mm kommen bis zu 20 Kilogramm zusammen. Das entspricht einer Schüttdichte von etwa 500 kg pro Kubikmeter, und dieses Gewicht hängt beim Einsetzen und Herausheben an einem einzigen Punkt.
Ein üblicher Filterbeutel überträgt die Last über den oberen Saum in die Aufhängung. Bei diesem Sack läuft der Gurt doppelt unter dem Boden hindurch, und der Boden ist über eine eigene Naht mit der Seitenwand verbunden. Die Last geht damit nicht durch die Nahtlinie, sondern um sie herum.
Der zweite Konstruktionsentscheid ist ein Verzicht: kein Klettverschluss, kein Zugband. Beides sind Bauteile, die im chemischen Milieu altern, quellen oder sich zusetzen können. Ein Sack ohne diese Teile hat an dieser Stelle nichts, was ausfallen kann. Der Preis dafür ist, dass er sich nicht so bequem wieder öffnen lässt wie ein Beutel mit Klett (Ionenaustauscherbeutel für die Wasseraufbereitung).
Materialbasis des Aktivkohle-Filterbeutels ist ein PP-Vlies
Das Material ist ein Polypropylen-Vlies vom Typ F30 mit 150 g/m² und 0,8 mm Dicke bei 2 kPa Prüfdruck.
Vlies bedeutet: ungeordnet abgelegte, verfestigte Fasern statt regelmäßig verkreuzter Fäden. Es gibt keine gleichmäßige Öffnungsebene, sondern ein Porensystem über den Querschnitt. Für einen Aufnahmesack ist das die passende Konstruktion, weil er kein Filtrat trennen, sondern eine Schüttung sicher halten und durchströmen lassen soll.
Die Öffnungsweite wird mit O90 85 µm nach EN ISO 12956 angegeben. O90 heißt, dass 90 Prozent einer definierten Prüfkörnung zurückgehalten werden; es ist eine Materialkenngröße nach genormtem Verfahren und keine Abscheidegrenze des befüllten Sacks im Prozess.
Auffällig ist, dass dieses Vlies mit 150 g/m² deutlich leichter ist als das Gewebe des Wasseraufbereitungsbeutels mit 250 g/m², obwohl es die größere Last aufnimmt. Genau darin liegt der Punkt: Die Tragfähigkeit kommt hier aus der Gurt- und Bodenkonstruktion, nicht aus dem Flächengewicht.
Füllmenge, Körnung und was die 20 Kilogramm voraussetzen
Vorgesehen ist Aktivkohlegranulat mit einer Körnung von 0,4 bis 5,0 mm. Die bestätigte Füllmenge von bis zu 20 kg gilt für die feine Körnung von 0,4 mm.
Diese Einschränkung ist keine Formalie. Gröbere Körnungen haben eine andere Schüttdichte, füllen dasselbe Volumen also mit anderem Gewicht. Wer eine 3-mm-Kohle einsetzt, sollte die Menge über die Schüttdichte des konkreten Produkts nachrechnen und nicht die 20 kg übernehmen.
| Für die Auslegung nötig |
Warum |
| Kohletype und Körnung |
bestimmt Schüttdichte und damit das Gewicht im Sack |
| gewünschte Füllmenge |
muss zum Volumen und zur Gurtbelastung passen |
| Innenmaße des Filtergehäuses |
Ø 380 × 710 mm muss hineinpassen, mit Spiel für die Befüllung |
| Aufhängung im Gehäuse |
bestimmt, wie der Gurt belastet wird |
| Elektrolyt, Konzentration, Temperatur |
Grundlage für die Materialeinschätzung |
Mit diesen Angaben lässt sich klären, ob der Standardsack passt oder ein Sondermaß sinnvoll ist (Produktberatung Filtertechnik).
Der Aktivkohlefilter in der Galvanik grenzt sich vom Anodenbeutel ab
Beide Produkte sitzen in galvanischen Anlagen, beide bestehen aus Polypropylen, und trotzdem sind sie nicht austauschbar.
|
Aktivkohle-Filtersack |
Anodenbeutel |
| Einbauort |
im Filtergehäuse oder Behandlungsbehälter |
direkt über der Anode im Bad |
| Inhalt |
Aktivkohlegranulat, vom Kunden eingefüllt |
nichts, er umschließt die Anode |
| Aufgabe |
Träger für das Behandlungsmedium |
Rückhalt partikulärer Rückstände am Entstehungsort |
| Auswahlkriterium |
Volumen, Körnung, Gewicht |
Feinheit und Oberfläche des Gewebes |
Wer organische Verunreinigungen aus dem Elektrolyten holen will, braucht Aktivkohle und damit diesen Sack. Wer Anodenschlamm zurückhalten will, braucht einen Anodenbeutel (Anodenbeutel für galvanische Prozesse). Die beiden Aufgaben treten oft gemeinsam auf, lösen sich aber nicht gegenseitig (Aktivkohle-Filtersack oder Anodenbeutel).
Ein Filtersack für Elektrolyt oder ein Filterbeutel für Elektrolyte kann also beides meinen. Deshalb steht auf dieser Seite das Füllmedium im Titel: Dieser Sack ist für Aktivkohle gemacht.
Technische Daten des Aktivkohle-Filtersacks
| Merkmal |
Wert |
| Lieferzustand |
leer, Aktivkohle nicht enthalten |
| Material |
Polypropylen-Vlies, Typ F30 |
| Flächengewicht |
150 g/m², Angabe des Materiallieferanten |
| Dicke |
0,8 mm bei 2 kPa, Angabe des Materiallieferanten |
| Öffnungsweite |
O90 85 µm nach EN ISO 12956, Angabe des Materiallieferanten |
| Standardmaß |
Ø 380 × 710 mm |
| Volumen |
rund 40 l |
| Vorgesehenes Füllmedium |
Aktivkohlegranulat 0,4 bis 5,0 mm |
| Bestätigte Füllmenge |
bis 20 kg bei 0,4 mm Körnung |
| Konstruktion |
Gurt doppelt unter dem Boden, Boden über eigene Naht angesetzt |
| Verschluss |
keiner, weder Klett noch Zugband |
| Basiseinheit |
Stück |
| Sondermaß |
möglich |
Vom Hersteller gefertigt: Sondermaße für den Aktivkohle-Filtersack
WINKLER fertigt in Werther in Westfalen. Für diesen Sack bedeutet das, dass Maße, Gurtausführung und Bodenkonstruktion an ein vorhandenes Gehäuse angepasst werden können, auch in kleinen Stückzahlen.
Für Sonderkonturen läuft der Zuschnitt über unser Lasersystem, was reproduzierbare Kanten und komplexere Formen möglich macht (Textilien laserschneiden). Für die Anfrage genügen zunächst Gehäusemaße, Kohletype, Körnung, gewünschte Füllmenge und Stückzahl (Produktberatung Filtertechnik).
Häufige Fragen zum Aktivkohle-Filtersack
Die Rückfragen aus Galvanikbetrieben drehen sich um Lieferumfang, Körnung und die Abgrenzung zum Anodenbeutel.
Ist Aktivkohle im Lieferumfang enthalten?
Nein. Der Aktivkohle-Filtersack wird leer geliefert. Sie befüllen ihn mit der Aktivkohle, die zu Ihrem Prozess passt. Nur wenn ein Angebot ausdrücklich etwas anderes nennt, gehört ein Füllmedium dazu.
Welche Körnung passt in den Filtersack für Aktivkohle?
Vorgesehen ist Granulat von 0,4 bis 5,0 mm. Die bestätigte Füllmenge von 20 kg bezieht sich auf die feine Körnung mit 0,4 mm. Bei gröberem Material ändert sich die Schüttdichte und damit das Gewicht bei gleichem Volumen.
Wie viel Aktivkohle passt in den Sack?
Das Volumen beträgt rund 40 Liter bei einem Standardmaß von Ø 380 × 710 mm. Bei 0,4-mm-Granulat entspricht das bis zu 20 kg. Für andere Körnungen rechnen Sie bitte mit der Schüttdichte des konkreten Produkts.
Was ist der Unterschied zwischen Aktivkohle-Filtersack und Anodenbeutel?
Der Filtersack nimmt Aktivkohle auf, die organische Verunreinigungen im Elektrolyten bindet. Ein Anodenbeutel umschließt die Anode und hält partikuläre Rückstände dort zurück, wo sie entstehen (Anodenbeutel für galvanische Prozesse). Unterschiedliche Aufgaben, unterschiedliche Einbauorte.
Warum hat der Sack keinen Klett- oder Zugbandverschluss?
Weil jedes zusätzliche Bauteil im chemischen Milieu eine mögliche Schwachstelle ist. Der Sack ist so ausgelegt, dass er ohne Verschlussteile auskommt. Wenn Ihr Prozess einen wiederholt zu öffnenden Beutel verlangt, ist die Ausführung mit Klettverschluss die passendere (Ionenaustauscherbeutel für die Wasseraufbereitung).
Was bedeutet die Angabe O90 85 µm?
O90 ist die Öffnungsweite nach EN ISO 12956. Sie beschreibt, dass 90 Prozent einer genormten Prüfkörnung zurückgehalten werden. Es handelt sich um eine Materialkenngröße des Vlieses und nicht um eine geprüfte Abscheidegrenze des befüllten Sacks im laufenden Prozess.
Passt der Filtersack in mein Filtergehäuse?
Das Standardmaß beträgt Ø 380 × 710 mm. Wenn Ihr Gehäuse davon abweicht, fertigen wir nach Maß. Dafür brauchen wir Innenmaße, Art der Aufhängung, Kohletype und Körnung (Produktberatung Filtertechnik).
Heißt das Produkt Aktivkohle-Filtersack, Aktivkohlefiltersack oder Aktivkohle-Filterbeutel?
Alle drei Schreibweisen sind gebräuchlich und meinen dasselbe Produkt. Im Englischen findet sich der Begriff activated carbon filter bag. Nicht gemeint sind die kleinen befüllten Geruchsbeutel für Auto, Schrank oder Schuh; dieser Sack ist ein industrielles Bauteil für Filteranlagen.
Wird der Aktivkohle-Filtersack für die Industrie auch nach Zeichnung gefertigt?
Ja. Als Hersteller fertigen wir nach Maß, auf Wunsch nach Zeichnung oder nach einem vorhandenen Muster, auch in kleinen Serien (Produktberatung Filtertechnik).