Das erste Anzeichen ist Zeit. Wasser, das früher innerhalb von Stunden versickert ist, steht plötzlich einen Tag oder länger im Schacht. Bei Starkregen läuft es über, obwohl die Anlage jahrelang ausgereicht hat.
Die Ursache liegt fast immer an derselben Stelle: auf der Sickerfläche. Feine Partikel, die mit dem Regenwasser eingetragen werden, legen sich dort ab, füllen die Poren des Untergrunds und bilden mit der Zeit eine dichte Schicht. Diese Kolmation ist ein schleichender Prozess und deshalb schwer zu bemerken, bevor sie deutlich wird.
Woran man einen verschlammten Sickerschacht erkennt
Woher der Eintrag kommt
| Quelle | Typisches Material |
|---|---|
| Dachflächen | Staub, Pollen, Moos, Blattfragmente, Dachabrieb |
| Hof- und Zufahrtsflächen | Sand, Splitt, Reifenabrieb, im Winter Streugut |
| Grünflächen am Rand | Erde, feiner Schluff nach Starkregen |
| Baustellenphasen | Zementschlämme, Feinsand, deutlich erhöhter Eintrag |
Die letzte Zeile wird häufig unterschätzt. Ein Sickerschacht, der während einer Bauphase ohne Schutz in Betrieb ist, kann in wenigen Wochen mehr Feststoff aufnehmen als in mehreren normalen Jahren.
Vorbeugen ist deutlich einfacher als sanieren
Ist die Sohle einmal kolmatiert, hilft nur Freilegen und Austauschen der Sickerschicht. Das ist aufwendig und teuer.
Ein Filtersack im Schacht setzt davor an: Er fängt die Feststoffe auf, bevor sie die Sohle erreichen. Gewechselt wird der Sack, nicht die Sickerschicht. Der Aufwand verlagert sich damit von einer seltenen, teuren Maßnahme zu einer regelmäßigen, günstigen.
Wichtig ist die realistische Erwartung: Ein Filtersack verhindert weiteren Eintrag. Eine bereits vorhandene Kolmation macht er nicht rückgängig.
Welchen Durchmesser hat mein Sickerschacht?
Diese Frage steht am Anfang jeder Produktauswahl und lässt sich einfach beantworten.
Gemessen wird der lichte Innendurchmesser des Schachtrings, in der Regel an der Oberkante. Gängige Nennweiten sind DN1000, DN1500, DN2000 und DN2500; die Zahl entspricht dabei ungefähr dem Innendurchmesser in Millimetern.
Wenn Sie unsicher sind, hilft ein Bandmaß quer über die Öffnung, an der breitesten Stelle gemessen. Achten Sie darauf, an der lichten Weite zu messen und nicht über die Abdeckung. Für Zwischenmaße, ovale Querschnitte oder Sonderaufbauten fertigen wir nach Maß.
Sickerschacht-Filter montieren und Filtersack einbauen
Der Sack wird im Schacht unterhalb des Zulaufs aufgehängt, sodass das einlaufende Wasser hineinläuft. Für die Befestigung an Beton- und Mauerwerksschächten gibt es ein Set aus Karabinerhaken und Schwerlastankern; die Anker bleiben dauerhaft gesetzt, gewechselt wird nur der Sack.
Drei Punkte vor der ersten Montage: Tragfähigkeit der Wand am vorgesehenen Ankerpunkt, freier Raum unterhalb des Zulaufs für den gefüllten Sack, Zugänglichkeit für den späteren Wechsel. Für Kunststoffschächte ist das Set nicht geeignet; dort muss die Aufhängung bauseitig gelöst werden.
Wann wechseln?
Ein Intervall in Wochen oder Monaten lässt sich nicht seriös angeben, weil angeschlossene Fläche, Nutzung und Witterung den Eintrag bestimmen.
Der belastbare Indikator ist die Ablaufzeit: Wie lange steht das Wasser nach einem Regenereignis im Schacht? Wenn dieser Wert merklich zunimmt, ist der Sack beladen. Wer den Schacht nach starken Regenereignissen ohnehin kontrolliert, bekommt diese Information nebenbei.
Nach Bauphasen oder nach ungewöhnlich starkem Eintrag lohnt eine zusätzliche Kontrolle unabhängig vom üblichen Rhythmus.
Häufige Fragen zum verschlammten Sickerschacht
Diese Fragen stellen sich Betreiber und Planer am häufigsten.
Kann ich einen verschlammten Sickerschacht selbst reinigen?
Loses Sediment lässt sich absaugen. Eine kolmatierte Sickerschicht dagegen muss freigelegt und ausgetauscht werden, was ein Fall für ein Fachunternehmen ist. Ein Filtersack verhindert, dass sich das wiederholt.
Welche Nennweite brauche ich?
Den lichten Innendurchmesser des Schachtrings messen. Standardgrößen sind DN1000, DN1500, DN2000 und DN2500. Bei Zwischenmaßen fertigen wir nach Maß.
Ist der Filtersack wiederverwendbar?
Nein. Der Sickerschacht-Filtersack ist ein Einwegprodukt. Nach ausreichender Beladung wird er entnommen und gemeinsam mit dem Inhalt entsorgt.
Hilft ein Filtersack auch bei einer Sickergrube?
Das hängt von der Bauform ab. Wo eine Aufhängung möglich ist und der Zulauf definiert in den Sack läuft, kann die Lösung übertragbar sein. Bei offenen oder verfüllten Bauwerken ist das nicht der Fall. Schicken Sie uns Maße und Fotos, dann prüfen wir das.
Wie viel Versickerungsleistung gewinne ich zurück?
Keine. Ein Filtersack verhindert weiteren Eintrag, er stellt eine bereits kolmatierte Sohle nicht wieder her. Der Nutzen liegt in der Vorbeugung.
Brauche ich zusätzlich einen Absetzschacht?
Bei hoher Sedimentfracht kann die Kombination sinnvoll sein. Ein Absetzschacht arbeitet vorgelagert und nach einem anderen Prinzip; der Filtersack arbeitet im Sickerschacht selbst. Ob beides nötig ist, gehört ins Entwässerungskonzept.




