Feinere Rückhaltung dort, wo der Abrieb entsteht
Auf Verkehrs-, Park- und Logistikflächen entsteht laufend feines Material: Reifen- und Bremsabrieb, Fahrbahnpartikel, Fassaden- und Dachabrieb, Kunststofffragmente. Ein großer Teil davon wird bei Regen abgeschwemmt und gelangt über die Straßenabläufe in die Kanalisation oder in die Versickerung.
Als Filter gegen Reifenabrieb und als Mikroplastikfilter im Gully setzt dieser Filtersack an genau dieser Stelle an, quellnah im Schmutzfangeimer des Ablaufs. Mit einer nominalen Feinheit von 70 Mikrometern hält er deutlich feinere Partikel zurück als der allgemeine 100-µm-Filter und ist damit die Ausführung für Flächen, bei denen der Feinanteil im Vordergrund steht. Innerhalb unseres Sortiments ist er der Regenwasserfilter für Mikroplastik und feine straßenbürtige Partikel; ein Reifenabrieb-Filter im engeren Sinn mit ausgewiesenem Wirkungsgrad ist er nicht.
Was 70 µm leisten und was nicht
Diese Einordnung ist wichtig, weil das Thema Mikroplastik mit vielen Erwartungen besetzt ist.
Der Filtersack hält Partikel oberhalb seiner Rückhaltegrenze zurück. Mikroplastik ist aber definitionsgemäß alles unter fünf Millimetern, und ein erheblicher Teil davon liegt deutlich unter 70 Mikrometern. Diese Fraktion passiert das Textil. Ein vollständiger Rückhalt von Mikroplastik ist mit diesem Produkt nicht erreichbar und wird von uns auch nicht behauptet.
Ebenso wenig entfernt der Filtersack gelöste Stoffe. Schwermetalle und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe kommen im Straßenabfluss sowohl gelöst als auch an Partikel gebunden vor. Der partikelgebundene Anteil kann mit den Feststoffen zurückgehalten werden, der gelöste nicht. Eine Wirkungsangabe in Prozent lässt sich daraus nicht ableiten, weil das Verhältnis von Fläche, Verkehrsbelastung und Witterung abhängt.
Was bleibt, ist eine belastbare Aussage: Der Filtersack reduziert den Feststoffaustrag aus dem Ablauf im Bereich oberhalb seiner Rückhaltegrenze. Für viele Betreiber ist das eine sinnvolle, quellnahe und vergleichsweise einfache Maßnahme.
Regelwerke richtig einordnen
DWA-A 102, BWK-M 3 und der Kennwert AFS63 tauchen in Ausschreibungen und Betriebskonzepten regelmäßig auf. Dieser Filtersack ist nach keinem dieser Regelwerke geprüft oder zertifiziert.
Was zutrifft: Eine quellnahe Feststoffrückhaltung kann Teil eines Maßnahmenkonzepts sein, das sich an diesen Regelwerken orientiert. Ob eine konkrete Anlage die Anforderungen erfüllt, entscheidet die Gesamtbetrachtung aus Fläche, Belastung, Behandlungsstufen und Betriebsführung. Diese Bewertung nimmt der Planer vor.
Passform und Varianten
Der Filtersack ist in mehreren Längen von 0,49 bis 0,84 Metern erhältlich, passend zu den Schmutzfangeimern der Bauformen A4, B1, C3, D1 sowie zu Hofsinkkästen. Die Öffnungsbreite liegt zwischen 0,64 und 0,645 Metern.
| Merkmal |
Wert |
| Material |
Polypropylen-Nadelfilz, zweilagig |
| Filterfeinheit |
nominell 70 µm |
| Länge |
0,49 bis 0,84 m je nach Variante |
| Öffnungsbreite |
0,64 bis 0,645 m |
| Gewicht |
ca. 0,20 kg |
| Materialdurchlässigkeit |
120 l/s/m² bei 100 mm Wassersäule |
| Verkaufseinheit |
Stück |
| Passend zu |
Bauformen A4, B1, C3, D1 und Hofsinkkästen |
Für die richtige Variante brauchen wir die Bauform und die Innenmaße Ihres Schmutzfangeimers. Wenn der Eimer selbst ersetzt werden soll, ist ein komplettes Rückhaltesystem mit vormontiertem Filter die Alternative.
Hydraulik im Blick behalten
Ein feineres Textil setzt sich schneller zu als ein gröberes. Bei 70 µm ist der Kontrollturnus deshalb wichtiger als bei 100 µm, besonders auf Flächen mit hohem Sedimenteintrag.
In der Praxis heißt das: Der Filtersack braucht einen dokumentierten Wartungsrhythmus, der zur Fläche passt. Wo ein Ablauf ohnehin regelmäßig gereinigt wird, lässt sich der Wechsel dort einhängen. Wo das nicht der Fall ist, muss die Wartung neu geplant werden, sonst arbeitet die Maßnahme gegen die Ableitfähigkeit.
Häufige Fragen zum Mikroplastik-Filtersack
Die Rückfragen kommen überwiegend aus Kommunen, Bauhöfen und von Planern und betreffen Wirkung, Regelwerke und Wartung.
Hält der Filtersack alles Mikroplastik zurück?
Nein. Er hält Partikel oberhalb seiner Rückhaltegrenze von nominell 70 µm zurück. Ein großer Teil des Mikroplastiks im Straßenabfluss ist kleiner und passiert das Textil. Der Filtersack reduziert den Feststoffaustrag, er beseitigt Mikroplastik nicht.
Werden auch Schwermetalle und PAK zurückgehalten?
Nur soweit diese Stoffe an zurückgehaltene Partikel gebunden sind. Gelöste Anteile passieren den Filter. Eine Wirkungsangabe in Prozent setzt eine anlagenspezifische Messung voraus.
Erfüllt der Filtersack DWA-A 102 oder AFS63?
Nein. Er ist nach keinem dieser Regelwerke geprüft. Er kann Bestandteil eines Maßnahmenkonzepts sein, das sich daran orientiert. Die Bewertung der konkreten Anlage gehört zum Entwässerungskonzept.
Welche Variante passt zu meinem Ablauf?
Maßgeblich sind Bauform und Innenmaße des Schmutzfangeimers. Verfügbar sind Ausführungen für A4, B1, C3, D1 und Hofsinkkästen. Nennen Sie uns Typ und Maße oder senden Sie ein Foto mit Zollstock, dann ordnen wir die Variante zu.
Wie oft muss der Filtersack gewechselt werden?
Häufiger als ein 100-µm-Filter auf derselben Fläche, weil das feinere Textil schneller belegt. Ein Intervall in Wochen lässt sich nicht allgemein angeben. Sinnvoll ist, den Wechsel im ersten Jahr eng zu kontrollieren und daraus einen Turnus für die jeweilige Fläche abzuleiten.
Ist das ein Filter für die Waschmaschine oder für Trinkwasser?
Nein. Dieses Produkt ist ausschließlich für Schmutzfangeimer in Straßen- und Hofabläufen gemacht. Für Waschmaschinen und für Trinkwasser gelten völlig andere Anforderungen, die dieses Produkt nicht erfüllt.