Sichtbare H1 Viskose-Filtervlies V50 mit 50 g/m²
Die dichtere der beiden Viskosequalitäten
Diese Seite ist für einen bestimmten Moment gemacht: Sie setzen bereits ein Viskosevlies mit 30 g/m² ein, und im Filtrat oder im Tank findet sich mehr Feinanteil, als Ihnen lieb ist. Oder die Feststofffracht ist gestiegen, weil sich Werkstoff, Schnittdaten oder Auslastung geändert haben.
Als Filtervlies für feine Metallpartikel und als Filtervlies für feine Späne ist das V50 für diesen Fall die naheliegende nächste Stufe. Es besteht aus demselben Rohstoff und derselben Bindung wie das V30, ist aber deutlich dichter aufgebaut. Sie wechseln also das Material nicht, sondern nur die Ausführung, und das ist bei einer laufenden Anlage die risikoärmere Änderung. Wer nach einem feinen Bandfiltervlies sucht, meint in der Regel genau diesen Schritt.
Der Unterschied zu V30 in Zahlen
Weil beide Qualitäten nach derselben Norm bei 2 Millibar geprüft wurden, sind ihre Werte als einzige in dieser Produktfamilie direkt vergleichbar.
| Merkmal |
V30 |
V50 |
Unterschied |
| Flächengewicht |
30 g/m² |
50 g/m² |
plus 67 % |
| Dicke |
0,25 mm |
0,36 mm |
plus 44 % |
| Luftdurchlässigkeit bei 2 mbar |
ca. 5.300 l/m²/s |
ca. 3.600 l/m²/s |
minus 32 % |
| Höchstzugkraft längs |
80 N/5 cm |
125 N/5 cm |
plus 56 % |
| Höchstzugkraft quer |
13 N/5 cm |
25 N/5 cm |
plus 92 % |
Drei dieser Zeilen sind praktisch relevant. Die Dicke sagt, dass mehr Fasermaterial im Querschnitt liegt. Die geringere Luftdurchlässigkeit sagt, dass das Material dem Durchfluss mehr entgegensetzt. Und die deutlich höhere Querzugkraft sagt, dass das Vlies beim Vorschub im Band mechanisch belastbarer ist, was bei schweren Filterkuchen ein echtes Argument sein kann.
Was daraus folgt und was nicht
Ein dichteres Vlies hält tendenziell mehr zurück, und ein Filtervlies mit hoher Schmutzaufnahme ist genau das, wonach in dieser Situation gesucht wird. Das ist plausibel, und es ist der Grund, warum diese Qualität als feineres Filtervlies für KSS-Anwendungen geführt wird.
Was daraus nicht folgt, ist eine bestimmte Trenngrenze. Der Begriff Filtervlies-Feinfiltration führt hier in die Irre: Es gibt für V50 keine geprüfte Filterfeinheit in Mikrometern, und aus 50 g/m² lässt sich keine ableiten. Ebenso wenig lässt sich vorhersagen, ob die Standzeit steigt: Ein dichteres Vlies nimmt mehr auf, setzt sich aber auch schneller zu. Welcher der beiden Effekte in Ihrer Anlage überwiegt, hängt von Feststofffracht, Bandsteuerung und Differenzdruckschwelle ab.
Deshalb ist der Wechsel von V30 auf V50 immer eine Messung wert. Eine Versuchsrolle über einen vollständigen Wartungszyklus liefert die Antwort, die kein Datenblatt geben kann (Filtervlies auswählen und Versuchsrolle planen).
Wann V50 nicht die richtige Antwort ist
Zwei Fälle sprechen gegen diese Qualität.
Wenn der Durchfluss ohnehin schon knapp ist und die Anlage häufig taktet, verschärft ein dichteres Vlies das Problem. Dann liegt die Ursache eher in der Auslegung der Filterfläche oder in der Vorabscheidung als im Vliesgewicht.
Und wenn es um Schleifprozesse mit sehr feinem Schleifschlamm geht, ist V50 meist nicht die passende Antwort, sondern das deutlich dickere Polyestervlies P150. Mit 1,31 Millimetern ist es fast das Vierfache und arbeitet konstruktiv anders.
Technische Daten
| Merkmal |
Wert |
| Material |
Viskose |
| Bindung |
chemisch gebunden |
| Flächengewicht |
50 g/m² |
| Dicke |
0,36 mm |
| Höchstzugkraft längs/quer |
125/25 N/5 cm |
| Höchstzugkraftdehnung |
8/20 % |
| Luftdurchlässigkeit |
ca. 3.600 l/m²/s bei 2 mbar nach DIN EN 9237 |
| Standardbreiten |
500, 710 und 1.000 mm |
| Rollenlänge |
100 m |
| Verpackungseinheit |
500 mm vier Rollen, 710 mm drei Rollen, 1.000 mm zwei Rollen |
Der Hülsendurchmesser ist für diese Qualität nicht dokumentiert. Wenn Ihre Anlage eine bestimmte Hülse verlangt, nennen Sie uns das Maß (Produktberatung).
Häufige Fragen zum Viskose-Filtervlies mit 50 g/m²
Fast alle Rückfragen zu dieser Qualität drehen sich um den Vergleich mit V30.
Was ist der bestätigte Unterschied zu V30?
Gleicher Rohstoff und gleiche Bindung, aber 50 statt 30 g/m², 0,36 statt 0,25 mm Dicke und rund 3.600 statt 5.300 l/m²/s Luftdurchlässigkeit bei gleicher Prüfbedingung. Dazu eine deutlich höhere Zugfestigkeit (V30 ansehen).
Filtert V50 feiner als V30?
Es ist dichter aufgebaut und lässt weniger durch, was eine höhere Rückhaltung nahelegt. Eine geprüfte Filterfeinheit gibt es für keine der beiden Qualitäten, und aus dem Flächengewicht lässt sich keine ableiten. Belastbar wird die Aussage erst durch einen Versuch in Ihrer Anlage.
Hält eine V50-Rolle länger?
Das lässt sich nicht allgemein sagen. Mehr Material kann mehr aufnehmen, ein dichteres Vlies setzt sich aber auch schneller zu. Welcher Effekt überwiegt, entscheidet Ihre Feststofffracht und die Bandsteuerung.
Wann lohnt sich eine Versuchsrolle?
Immer dann, wenn Sie von V30 wechseln wollen oder wenn sich Werkstoff, Schnittdaten oder Auslastung geändert haben. Eine Rolle über einen vollständigen Wartungszyklus zeigt Standzeit, Filtratqualität und Taktverhalten unter realen Bedingungen (Ratgeber).
Ist V50 für Schleifanlagen geeignet?
Für Schleifprozesse mit sehr feinem Schleifschlamm ist in der Regel das Polyestervlies P150 die passendere Qualität. Es ist mit 1,31 mm fast viermal so dick und anders verfestigt.
Welche Maße muss ich prüfen?
Rollenbreite, Lauflänge, Hülsendurchmesser, maximaler Rollendurchmesser im Aufnahmefach und die Abrollrichtung. Der Ratgeber führt Schritt für Schritt durch die Messung (Filtervlies auswählen).