Lackschlamm-Filtervlies mit 30 g/m²: doppeltes Flächengewicht, halbe Offenheit
Dieser Filterbeutel besteht wie Color Drain aus thermisch gebundenem, hydrophilisiertem Polypropylen-Spinnvlies, wiegt aber 30 Gramm pro Quadratmeter statt 15 und ist mit 0,25 Millimetern deutlich dicker. Die Luftdurchlässigkeit liegt bei 4.300 l/m²/s, also etwa der Hälfte des Werts von Color Drain. Für die Höchstzugkraft sind 50 N je 5 cm in Längs- und Querrichtung dokumentiert, bei Dehnungen von 30 beziehungsweise 40 Prozent.
Das sind die beiden Gründe, aus denen Betriebe zu diesem Beutel greifen: Er hält mehr aus, und er lässt weniger durch.
Der Auslöser für den Wechsel ist meistens ein gerissener Filterbeutel
Filtersack und Filterbeutel meinen bei Lackschlamm dasselbe Bauteil: den textilen Einsatz, der in der Aufnahme liegt und den Feststoff hält Mehr dazu. In der Praxis wechseln Lackierbetriebe selten aus theoretischen Erwägungen zum festeren Vlies. Der typische Auslöser ist konkret. Der Beutel reißt beim Herausnehmen, weil der Schlamm schwerer ist als erwartet. Oder er hält der Belastung beim Einfüllen nicht stand, wenn das Gemisch mit Schwung aus dem Rohr kommt. Oder im Filtratbehälter findet sich mehr Feinanteil, als dem Betrieb lieb ist.
Für alle drei Fälle ist das 30-g/m²-Vlies die Antwort. Die dokumentierten 50 N je 5 cm geben dem Beutel die Reserve für Handling, und die dichtere Struktur hält feinere Anteile besser zurück als das sehr offene Vlies.
Was Höchstzugkraft und Luftdurchlässigkeit in der Praxis bedeuten
Die 50 N je 5 cm beschreiben die Materialfestigkeit im Zugversuch an einem schmalen Streifen. Sie sind ein Vergleichswert und keine Angabe zur Tragfähigkeit des gefüllten Beutels, denn dafür spielen Aufnahme, Nahtbild und Lastverteilung ebenso eine Rolle. Spürbar wird der Unterschied zum sehr leichten Vlies vor allem in dem Moment, in dem der gefüllte Beutel bewegt wird.
Die Luftdurchlässigkeit von 4.300 l/m²/s ordnet die Offenheit des Materials ein. Sie liegt bei etwa der Hälfte des Werts von Color Drain Mehr dazu und belegt den dichteren Aufbau. Auf Wasser lässt sich der Wert nicht übertragen: Bei Lackschlamm entscheidet die Flockung stärker über die Klarheit des Filtrats als die Struktur des Vlieses. Ein gut geflockter Schlamm liefert auch durch ein offenes Vlies klares Filtrat, ein schlecht geflockter durch ein dichtes Vlies trübes.
Technische Daten Vlies-Filterbeutel 30 g/m²
| Merkmal |
Wert |
| Material |
Polypropylen-Spinnvlies |
| Ausrüstung |
thermisch gebunden, hydrophilisiert |
| Flächengewicht |
30 g/m² |
| Dicke |
0,25 mm |
| Luftdurchlässigkeit |
4.300 l/m²/s |
| Höchstzugkraft |
50 N/5 cm längs und quer |
| Höchstzugkraftdehnung |
30 % längs, 40 % quer |
| Verpackungseinheit |
25 Stück |
| Nutzung |
Einwegprodukt |
| Lieferzeit |
1–2 Werktage |
Welcher Filterbeutel für Lackschlamm passt zu Ihrem Prozess?
| Beobachtung im Betrieb |
Empfehlung |
| Wasser läuft langsam ab, Kasten steht voll |
Color Drain mit 15 g/m² |
| Beutel reißt beim Entnehmen oder Einfüllen |
Vlies mit 30 g/m² |
| Feinanteil im Filtratbehälter |
Vlies mit 30 g/m², zusätzlich Flockung prüfen |
| Flocken sind groß und stabil, Menge hoch |
Color Drain mit 15 g/m² |
| Prozess ist neu, Verhalten unbekannt |
mit 30 g/m² starten, bei zu langsamem Ablauf wechseln |
Beide Ausführungen kommen im 25er-Pack und passen in dieselbe Aufnahme Mehr dazu. Ein Vergleich im laufenden Betrieb kostet daher nur die Zeit für einen Beutelwechsel.
Häufige Fragen zum Vliesbeutel für Lackschlamm
Beim festeren Vlies geht es in den Rückfragen meist um das Zusammenspiel mit dem Vorprozess und um die Passform in bestehende Anlagen.
Ersetzt das 30-g/m²-Vlies eine bessere Flockung?
Nein. Wenn der Feinanteil aus einer unzureichenden Flockung stammt, verschiebt ein dichteres Vlies das Problem nur: Der Beutel setzt schneller zu, das Wasser steht. Der Beutel ist ein Filtermedium, kein Ersatz für die Chemie im Vorprozess.
Passt der Beutel in Spaltanlagen anderer Hersteller?
Häufig ja, weil sich die Aufnahmen ähneln. Verbindlich ist das aber nur nach Abgleich der Innenmaße. Nennen Sie uns Anlagentyp und Kastenmaß, dann prüfen wir das Mehr dazu.
Kann der Beutel auch für andere Schlämme verwendet werden?
Für leichte, wasserhaltige Schlämme in einer geeigneten Aufnahme ist das möglich. Für mineralische oder abrasive Schlämme sind die Filtersäcke aus 200-g/m²-Geotextil die richtige Produktgruppe Mehr dazu, sowohl wegen der Materialstärke als auch wegen der Arbeitslast.
Was bedeutet die Angabe 50 N/5 cm?
Das ist die Höchstzugkraft eines 5 Zentimeter breiten Materialstreifens im Zugversuch. Sie ist ein Vergleichswert für die Materialfestigkeit, keine Angabe zur Tragfähigkeit des gefüllten Beutels. Wie viel der Beutel tatsächlich trägt, hängt von Aufnahme, Nahtbild und Lastverteilung ab.
Eignet sich der Vliesbeutel auch für Farbschlamm aus wasserbasierten Systemen?
Ja, sofern der Schlamm geflockt vorliegt und keine Lösemittel enthält, die Polypropylen angreifen. Für einen Farbschlamm-Filterbeutel gelten dieselben Auswahlkriterien wie für Lackschlamm: Flockenstabilität und mechanische Belastung entscheiden, nicht die Farbe des Materials.
Wie entsorge ich den gefüllten Beutel?
Beutel und Lackschlamm werden gemeinsam entsorgt, entsprechend der Abfalleinstufung Ihres Schlamms. Diese Einstufung nimmt Ihr Entsorger vor, sie hängt von den verwendeten Lacken und Zusatzstoffen ab.