Der Filtersack sitzt dort, wo das Wasser ankommt
Regenwasser bringt mit, was auf dem Dach liegt: Staub, Pollen, Moosreste, Blattfragmente, im Frühjahr Blütenstaub, nach längeren Trockenphasen feinen Sedimentschlamm. Ohne Vorfiltration landet all das im Speicher, setzt sich am Boden ab und wird bei jedem Pumpvorgang wieder aufgewirbelt.
Der Feinfiltersack für den Zisternenzulauf hängt direkt unter dem Zulaufrohr im Speicher. Das einlaufende Wasser durchströmt den textilen Sack, die Feststoffe bleiben darin. Weil der Sack aus einem flexiblen Polyester-Verbundwerkstoff besteht und über sechs umlaufende Gurte gehalten wird, braucht der Einbau keinen Umbau am Zulauf und keine zusätzliche Technik im Schacht.
Nominell ca. 70 µm: was die Angabe für Regenwasser bedeutet
Für das Filtermaterial ist eine nominale Feinheit von etwa 70 Mikrometern dokumentiert. Damit liegt der Feinfiltersack deutlich unter dem, was ein Laubfangkorb oder ein Fallrohrsieb leistet, und hält auch feine Schwebstoffe zurück, die sonst als Sediment im Speicher landen.
Nominell heißt: Der Wert beschreibt die Auslegung des Materials, nicht eine scharfe Trennlinie. Sehr feine Partikel können passieren, besonders solange der Sack neu und unbeladen ist. Mit zunehmender Beladung steigt die Rückhaltewirkung und der Durchfluss sinkt. Das ist der normale Betriebsverlauf und der Grund, warum eine Sichtkontrolle nach starken Regenereignissen sinnvoll ist.
Was der Filtersack ausdrücklich nicht leistet: Er macht aus Regenwasser kein Trinkwasser. Gelöste Stoffe, Keime und Chemie bleiben im Wasser. Für Gartenbewässerung, Toilettenspülung und Waschmaschine ist das der übliche Stand; für Trinkwasser ist eine ganz andere Aufbereitung erforderlich.
Sechs Größen von DN325 bis DN800
Der Filtersack für Zisternen ist in sechs Nennweiten erhältlich. Maßgeblich ist der Durchmesser des Zulaufs beziehungsweise der Öffnung, an der der Sack befestigt wird.
| Merkmal |
Wert |
| Nennweiten |
DN325, DN400, DN500, DN600, DN700, DN800 |
| Material |
Polyester-Verbundwerkstoff |
| Filterfeinheit |
nominell ca. 70 µm |
| Haltegurte |
sechs umlaufende Gurte, je 25 mm breit |
| Randverstärkung oben |
80 mm |
| Nutzung |
reinigbar, wiederverwendbar bis zum sichtbaren Verschleiß |
| Sondermaße |
auf Anfrage |
Wenn Ihre Zulaufgeometrie nicht zu einer der Standardgrößen passt, fertigen wir den Sack nach Maß. Dafür brauchen wir den Innendurchmesser der Öffnung, die verfügbare Bauhöhe im Speicher und die Art der Befestigung.
Einbauen, kontrollieren, ausspülen
Der Einbau ist bewusst einfach gehalten. Der Sack wird über die Öffnung gestülpt und mit den umlaufenden Gurten fixiert. Die 80 mm breite Randverstärkung sorgt dafür, dass die Oberkante formstabil bleibt und nicht in den Speicher rutscht.
Zur Wartung wird der Sack herausgenommen, entleert und mit Wasser ausgespült. Ein Zisternenfilter, der nach dem Ausspülen sichtbar zugesetzt bleibt, hat seine Standzeit erreicht. Ersetzt wird er auch dann, wenn Filtermaterial, Nähte oder Gurte Verschleiß zeigen.
Wie oft gespült werden muss, hängt von der angeschlossenen Dachfläche, der Umgebung und der Jahreszeit ab. Unter Bäumen fällt deutlich mehr an als auf einem freistehenden Flachdach. Ein festes Intervall lässt sich deshalb nicht angeben; eine Kontrolle im Frühjahr und im Herbst hat sich in der Praxis bewährt.
Textiler Filtersack oder starrer Filterkorb?
Beide Bauarten haben ihren Platz. Der Unterschied liegt in Einbauposition, Filterfläche und Wartung.
|
Feinfiltersack, textil |
Filterkorb, starr |
Wirbel- oder Fallrohrfilter |
| Einbauort |
im Speicher unter dem Zulauf |
im Schacht oder Zulauf |
im Fallrohr oder Vorschacht |
| Filterfläche |
groß, da der Sack sich entfaltet |
durch die Korbgeometrie begrenzt |
konstruktiv festgelegt |
| Feinheit |
nominell ca. 70 µm |
je nach Lochung, meist gröber |
je nach Bauart |
| Nachrüstung |
ohne Umbau am Zulauf möglich |
oft Einbauänderung nötig |
Eingriff am Fallrohr nötig |
| Wartung |
entnehmen und ausspülen |
entnehmen und reinigen |
je nach Bauart |
Der textile Sack ist nicht generell besser, sondern für eine bestimmte Situation gemacht: Nachrüstung in einen vorhandenen Speicher, ohne die Zulaufkonstruktion zu verändern. Wer ohnehin neu baut und einen selbstreinigenden Vorfilter im Schacht plant, trifft eine andere, ebenso sinnvolle Entscheidung.
Häufige Fragen zum Zisternenfilter
Die meisten Rückfragen betreffen die Größenwahl und die Frage, was der Filter mit der Wasserqualität macht. Hier die Antworten, die uns am häufigsten erreichen.
Welche Größe brauche ich für meine Zisterne?
Maßgeblich ist der Durchmesser der Öffnung, an der der Sack hängt, nicht das Volumen des Speichers. Messen Sie den lichten Innendurchmesser und wählen Sie die passende Nennweite zwischen DN325 und DN800. Bei Zwischenmaßen oder ungewöhnlicher Geometrie fertigen wir nach Maß.
Kann ich den Filtersack in eine bestehende Zisterne nachrüsten?
Ja, das ist der Hauptanwendungsfall. Der Sack wird über die vorhandene Zulauföffnung gehängt und mit den Gurten fixiert. Umbauten am Zulaufrohr sind dafür nicht nötig. Voraussetzung ist, dass der Speicher zugänglich ist und unterhalb des Zulaufs genug freier Raum bleibt, damit sich der Sack entfalten kann.
Wie oft muss der Zisternenfilter gereinigt werden?
Ein festes Intervall gibt es nicht, weil Dachfläche, Bewuchs und Witterung den Eintrag bestimmen. Praktikabel ist eine Sichtkontrolle im Frühjahr und im Herbst sowie nach längeren Trockenphasen mit anschließendem Starkregen, weil dann besonders viel Sediment auf einmal ankommt.
Wird das Regenwasser dadurch trinkbar?
Nein. Der Feinfiltersack hält Feststoffe zurück. Gelöste Stoffe, Keime und chemische Bestandteile bleiben im Wasser. Für Trinkwasser sind eine geeignete Aufbereitung und die entsprechenden rechtlichen Voraussetzungen erforderlich, die dieses Produkt nicht ersetzt.
Wie lange hält ein Filtersack?
Solange Material, Nähte und Gurte unbeschädigt sind und sich der Sack nach dem Ausspülen wieder öffnet. Eine Nutzungsdauer in Monaten oder Jahren geben wir nicht an, weil sie zu stark von Eintragsmenge und Handhabung abhängt. Der praktische Prüfpunkt ist einfach: Läuft das Wasser nach dem Spülen wieder normal durch?
Schützt der Filter meine Pumpe?
Er reduziert den Feststoffeintrag in den Speicher und damit die Sedimentmenge, die eine Pumpe ansaugen kann. Ein Ersatz für einen Ansaugfilter oder eine schwimmende Entnahme ist er nicht, weil bereits vorhandenes Sediment am Boden davon unberührt bleibt.
Passt der Filtersack auch in einen Regenwassertank aus Kunststoff?
Das hängt allein von der Zulauföffnung und dem Innenraum ab, nicht vom Speichermaterial. Wichtig ist eine Kante oder ein Stutzen, an dem sich die Gurte fixieren lassen, und ausreichend Höhe, damit der gefüllte Sack frei hängt.