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Zisternenfilter nachrüsten: Auswahl, Einbau und Reinigung

Zisternenfilter nachrüsten: Auswahl, Einbau und Reinigung

Ratgeber Regenwasser & Rückhaltesysteme

Die meisten Zisternen sind ohne Feinfiltration in Betrieb gegangen oder mit einer Lösung, die dem tatsächlichen Eintrag nicht standhält. Nach einigen Jahren zeigt sich das gleiche Bild: eine Schlammschicht am Boden, trübes Wasser nach jedem Pumpvorgang, verstopfte Filter in der Bewässerungstechnik.

Nachrüsten heißt in dieser Situation, eine Filterstufe zu ergänzen, ohne die Anlage umzubauen. Genau daran scheitern viele Bauarten, weil sie einen Schacht, einen Anschluss oder einen Eingriff am Fallrohr voraussetzen.

Warum nachgerüstet wird

Welche Bauart lässt sich nachrüsten?

Bauart Nachrüstbar? Voraussetzung
Laubfänger im Fallrohr ja, mit Eingriff Fallrohr muss aufgetrennt werden
Filterkorb im Schacht teilweise passender Schacht und Auflage nötig
Wirbel- oder Sprungfilter selten ohne Umbau eigener Filterschacht erforderlich
Textiler Feinfiltersack am Zulauf ja, ohne Umbau zugängliche Zulauföffnung und Raum darunter
Sandfang nein, im Bestand separates Bauwerk

Der textile Feinfiltersack ist deshalb die naheliegende Nachrüstlösung: Er hängt an der vorhandenen Zulauföffnung, braucht keine Änderung an der Leitung und lässt sich ohne Werkzeug wechseln.

Das heißt nicht, dass die anderen Bauarten schlechter wären. Bei einem Neubau mit geplantem Filterschacht ist ein selbstreinigender Filter eine sinnvolle Wahl. Nur nachrüsten lässt er sich in eine fertige Anlage meist nicht.

Welche Maße Sie brauchen

Für die Auswahl reichen drei Werte, die Sie in wenigen Minuten aufnehmen.

Innendurchmesser der Zulauföffnung. Er bestimmt die Nennweite. Verfügbar sind DN325, DN400, DN500, DN600, DN700 und DN800.

Freier Raum unterhalb des Zulaufs. Der Sack muss sich entfalten können und darf im gefüllten Zustand nicht auf dem Wasserstand aufsitzen.

Befestigungsmöglichkeit. Eine Kante, ein Stutzen oder ein Rand, an dem sich die umlaufenden Gurte fixieren lassen.

Passt keine Standardnennweite, fertigen wir nach Maß.

Einbau in fünf Minuten

Der Sack wird über die Zulauföffnung gestülpt, die umlaufenden Gurte werden angezogen, die Randverstärkung sorgt für Formstabilität an der Oberkante. Fertig.

Prüfen Sie nach dem ersten Regen, ob der Sack sauber hängt und das Wasser gleichmäßig durchläuft. Ein Sack, der einseitig zieht oder sich zusammenlegt, nutzt nur einen Teil seiner Filterfläche.

Reinigen statt ersetzen

Der Feinfiltersack ist wiederverwendbar. Zum Reinigen wird er entnommen, entleert und mit Wasser ausgespült. Ein Hochdruckreiniger ist nicht nötig und dem Material auch nicht zuträglich.

Ersetzt wird der Sack, wenn Filtermaterial, Nähte oder Gurte sichtbaren Verschleiß zeigen oder wenn er sich nach dem Spülen nicht wieder öffnet. Eine Nutzungsdauer in Jahren lässt sich nicht angeben, weil sie zu stark vom Eintrag und von der Handhabung abhängt.

Zisternenfilter verstopft: was tun

Wenn Wasser am Filter steht oder über die Oberkante läuft, hat er seine Aufnahmefähigkeit erreicht. Drei Ursachen kommen infrage.

Normale Beladung. Ausspülen genügt. Wenn das häufiger als erwartet nötig wird, ist der Eintrag höher als angenommen, etwa durch Bäume über dem Dach.

Zu kleine Filterfläche. Wenn selbst nach dem Spülen schnell wieder Wasser steht, ist der Sack für die angeschlossene Fläche zu knapp bemessen. Eine größere Nennweite oder eine vorgeschaltete Grobstufe im Fallrohr entlastet.

Fehlende Grobabscheidung. Blätter und Zweige setzen einen Feinfilter deutlich schneller zu als Feinsediment. Ein Laubfänger im Fallrohr verlängert die Standzeit erheblich.

Häufige Fragen zur Nachrüstung

Diese Fragen erreichen uns regelmäßig von Betreibern vorhandener Anlagen.

Muss ich die Zisterne zum Nachrüsten leerpumpen?

In der Regel nicht. Der Sack wird von oben durch den Zugang eingebracht und an der Zulauföffnung befestigt. Wichtig ist ausreichend Abstand zwischen Sackunterkante und Wasserspiegel, damit der gefüllte Sack frei hängt.

Welcher Filter ist der beste für eine Zisterne?

Es gibt keinen generell besten. Für die Nachrüstung ohne Umbau ist der textile Feinfiltersack die praktikabelste Lösung. Bei Neuplanung mit Filterschacht kommen andere Bauarten in Betracht.

Wie oft muss ich den Zisternenfilter reinigen?

Ein fester Turnus lässt sich nicht angeben. Bewährt hat sich eine Kontrolle im Frühjahr und im Herbst sowie nach längeren Trockenphasen mit anschließendem Starkregen, weil dann besonders viel Sediment auf einmal ankommt.

Was ist ein Sandfang und brauche ich einen?

Ein Sandfang ist ein vorgeschaltetes Bauwerk, in dem sich schwere Partikel absetzen. Er ist ein anderes Produkt und kein Filter im engeren Sinn. Bei bestehenden Anlagen ist eine Nachrüstung baulich meist nicht sinnvoll; eine textile Filterstufe erreicht dort mit deutlich weniger Aufwand ein vergleichbares Ziel für Schwebstoffe.

Kann ich den Filtersack im Winter drin lassen?

Ja, sofern die Zisterne frostsicher liegt. Bei oberirdischen Tanks oder Anlagen mit Frostrisiko gelten die Hinweise des Anlagenherstellers zur Winterfestigkeit.

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