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Filterpressentücher reinigen, ohne sie zu beschädigen, und den Wechselzeitpunkt erkennen

Filterpressentücher reinigen, ohne sie zu beschädigen, und den Wechselzeitpunkt erkennen

Ratgeber Filterpressentücher
Aktualisiert: August 2026Lesedauer: ca. 8 Minuten

Die Presse muss stillgesetzt, drucklos und gegen unbeabsichtigtes Anlaufen gesichert sein. Alle folgenden Hinweise setzen das voraus.

Vor jeder Arbeit an der Presse

Die Presse muss stillgesetzt, drucklos und gegen unbeabsichtigtes Anlaufen gesichert sein. Alle folgenden Hinweise setzen das voraus.

Warum ein Filtertuch verstopft

„Verstopft" ist ein Sammelbegriff für mehrere verschiedene Vorgänge, und die Unterscheidung entscheidet darüber, ob Reinigen überhaupt hilft.

Vorgang Was passiert Reinigung hilft
Belegung Feststoff sitzt auf der Oberfläche ja, meist gut
Einlagerung Partikel sitzen zwischen den Filamenten des Garns teilweise, mit zunehmendem Aufwand
Verblockung Feinstpartikel sitzen dauerhaft in der Struktur fest kaum
Verkrustung Ausgefallene Salze oder erhärtete Rückstände teilweise, oft nur chemisch
Mechanischer Verschleiß Fasern gebrochen, Fläche aufgeraut, Nähte gelockert nein

Multifil- und Stapelfasergarne neigen stärker zur Einlagerung als Monofilamente, weil sie Zwischenräume innerhalb des Fadens haben. Das ist der Preis für ihren höheren Rückhalt und ein Grund, bei häufigem Reinigungsbedarf über die Gewebekonstruktion nachzudenken (Ratgeber zur Filtertuchauswahl lesen).

Filtertücher reinigen: die Reihenfolge

Es lohnt sich, vom Sanftesten zum Schärfsten vorzugehen und nach jedem Schritt zu prüfen, ob es schon reicht.

Erst mechanisch, flach und ohne Kraft. Anhaftende Kuchenreste mit einem Kunststoffschaber lösen, flach geführt, mit Abstand zu Nähten, Falten und Dichtbereichen (Filterpressenschaber ansehen). Kein Metallwerkzeug: Es hinterlässt Schnitte, die erst später als Feststoff im Filtrat auffallen.

Dann spülen. Ein Filtertuch waschen heißt in den meisten Betrieben: mit Wasser abspülen, möglichst von der Rückseite, also entgegen der Filtrationsrichtung. So werden eingelagerte Partikel nach außen und nicht tiefer in die Struktur gedrückt.

Dann, wenn nötig, mit Druck. Zum Filtertuch und Hochdruckreiniger gibt es keine allgemeingültige Empfehlung. Zu hoher Druck, zu geringer Abstand und ein zu spitzer Düsenwinkel beschädigen PP-Gewebe, besonders an Nähten und Kanten. Wenn Sie mit Druck arbeiten: großer Abstand, flacher Strahl, gleichmäßige Bewegung, und vorher an einer unkritischen Stelle prüfen.

Zuletzt chemisch. Filtertuch chemisch reinigen ist bei Verkrustungen manchmal der einzige Weg. Welches Mittel geeignet ist, hängt von der Ablagerung, vom Gewebe und von Ihren betrieblichen Vorgaben ab. Pauschale Chemieempfehlungen geben wir nicht; sprechen Sie das für Ihren Fall mit uns durch (Produktberatung öffnen).

Was wir zur Filtertuchreinigung ausdrücklich nicht empfehlen

Metallschaber, Spachtel oder Drahtbürsten auf dem Gewebe

Punktueller Hochdruckstrahl aus kurzer Distanz, besonders an Nähten

Temperaturen oberhalb der freigegebenen Grenze; belegt ist eine solche Grenze im Sortiment nur für das 6L mit 90 °C

Reinigungsmittel ohne Prüfung der Materialverträglichkeit

Trockenes Abkratzen erhärteter Rückstände mit Kraft

Wann Reinigen nicht mehr reicht

Ein Filtertuch wechseln ist keine Niederlage, sondern eine Betriebsentscheidung. Diese Anzeichen sprechen dafür:

Die Reinigungsintervalle werden kürzer. Das ist das früheste und zuverlässigste Signal. Wenn ein Tuch nach jeder zweiten statt nach jeder zehnten Charge gereinigt werden muss, ist die Struktur zugesetzt.

Der Differenzdruck bleibt auch nach der Reinigung hoch. Dann sitzt Feststoff in der Struktur und nicht auf ihr.

Die Filtratqualität verschlechtert sich. Häufig ein Hinweis auf eine Beschädigung, oft an einer Naht oder an einer Stelle, an der ein Werkzeug angesetzt wurde.

Sichtbare Schäden. Löcher, aufgeraute Bereiche, gelockerte oder offene Nähte, verformte Einlaufbereiche.

Der Kuchen löst sich schlechter als früher. Eine kalandrierte Oberfläche nutzt sich ab. Wenn die Ablösung über Monate schlechter wird, ist das oft der Grund.

Eine allgemeine Standzeit lässt sich nicht angeben. Sie hängt von Medium, Feststoff, Pressdruck, Zyklenzahl, Reinigungsverfahren und Temperatur ab. Was sich dagegen gut führen lässt, ist eine eigene Historie: Wechseldatum, Qualität, Zyklenzahl und Grund. Nach drei Wechseln haben Sie einen belastbaren Rhythmus.

Ein Hinweis zu Reinigungsanlagen

Im englischen Sprachraum läuft dasselbe Thema unter filter press cloth cleaning. Zum Thema Filtertuchreinigung tauchen in Suchanfragen außerdem regelmäßig Abspritz- und Reinigungspumpen auf. Solche Anlagen gehören nicht zum WINKLER-Sortiment, und wir bewerten sie hier nicht.

Was wir dazu sagen können, betrifft das Gewebe: Auch eine automatische Reinigung arbeitet mit Druck, Winkel und Abstand, und für diese Parameter gelten dieselben Grenzen wie bei der Handreinigung. Wer eine Anlage einsetzt, sollte die Einstellungen einmal am konkreten Gewebe prüfen, statt sie von einer anderen Tuchqualität zu übernehmen.

Häufige Fragen zur Reinigung von Filterpressentüchern

Kann ich ein Filtertuch mit dem Hochdruckreiniger reinigen?

Es ist verbreitet, aber nicht ohne Risiko. Großer Abstand, flacher Strahl und gleichmäßige Bewegung sind entscheidend. Nähte, Kanten und Einlaufbereiche sind besonders empfindlich. Prüfen Sie die Einstellung vorher an einer unkritischen Stelle.

Mit welcher Chemie darf ich reinigen?

Das hängt von der Ablagerung, vom Gewebe und von Ihren betrieblichen Vorgaben ab. Eine pauschale Empfehlung geben wir nicht. Für den Einzelfall klären wir die Verträglichkeit gemeinsam (Produktberatung öffnen).

In welcher Richtung sollte gespült werden?

Möglichst entgegen der Filtrationsrichtung, also von der Rückseite. So werden eingelagerte Partikel nach außen bewegt statt tiefer in die Struktur.

Woran erkenne ich, dass ein Filtertuch gewechselt werden muss?

Am zuverlässigsten an kürzer werdenden Reinigungsintervallen, an einem Differenzdruck, der nach der Reinigung hoch bleibt, an nachlassender Filtratqualität und an sichtbaren Schäden an Fläche oder Nähten.

Wie lange hält ein Filterpressentuch?

Das lässt sich nicht allgemein sagen. Medium, Feststoff, Pressdruck, Zyklenzahl, Reinigungsverfahren und Temperatur bestimmen die Standzeit. Eine eigene Wechselhistorie ist die brauchbarste Grundlage.

Hilft eine andere Gewebequalität gegen häufiges Verstopfen?

Manchmal ja. Monofilanteile lagern weniger Feststoff zwischen den Filamenten ein als reine Multifil- und Stapelfasergarne. Wenn Sie regelmäßig gegen Verblockung arbeiten, lohnt der Blick auf die Konstruktion (Ratgeber zur Filtertuchauswahl lesen).

Reicht ein Kunststoffschaber, oder brauche ich Werkzeug aus Metall?

Ein Kunststoffschaber reicht in aller Regel und ist die sicherere Wahl, weil er weicher ist als das Gewebe. Metallwerkzeuge hinterlassen Schnitte, die die Standzeit deutlich verkürzen (Filterpressenschaber ansehen).

Filtertuchauswahl oder Vorgehen noch nicht eindeutig?

Über die Produktberatung Filtertechnik können Sie Gewebequalität, Maße, Medium und das aktuelle Prozessproblem einordnen lassen.

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